Senkrechtlift: Technik, Normen & Vergleich

Senkrechtlifte verbinden Etagen vertikal mit minimalem baulichem Aufwand. Als regulatorisch eigene Lift-Kategorie nach Maschinenrichtlinie unterscheiden sie sich klar vom klassischen Personenaufzug. 


Was ist ein Senkrechtlift?

Ein Senkrechtlift (auch Vertikallift oder Senkrechtaufzug genannt) ist eine Hebevorrichtung, die Personen mit oder ohne Rollstuhl auf einer vertikalen Achse zwischen Etagen befördert. Anders als der klassische Personenaufzug nach EN 81-20/50 wird der Senkrechtlift in der Schweiz nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und der harmonisierten Norm SN EN 81-41 zertifiziert.

Aus dieser regulatorischen Abgrenzung ergeben sich die technischen Eckwerte, die den Senkrechtlift für viele Bauprojekte zur ersten Wahl machen.


Senkrechtlift vs. Personenaufzug

Merkmal Senkrechtlift Personenaufzug klassisch
Normgrundlage Maschinenrichtlinie 2006/42/EG EN 81-20 / EN 81-50
Fahrgeschwindigkeit ca. 0.15 m/s 1.0 bis 2.5 m/s
Schachtgrube wenige cm bis keine 1.0 bis 1.5 m
Schachtkopf, Überfahrt minimal 2.5 bis 3.5 m
Maschinenraum nicht erforderlich meist erforderlich
Stromanschluss 230 V Haushalt 400 V Drehstrom
Förderhöhe typisch bis ca. 15 m praktisch unbegrenzt
Tragkraft typisch 250 bis 500 kg 630 bis 2'000 kg
Wartungsintervalle 1 bis 2 pro Jahr 4 bis 6 pro Jahr

Diese Werte sind der Grund, warum Senkrechtlifte in Bestandsbauten, kleinen Mehrfamilienhäusern und gewerblichen Objekten häufig die einzige wirtschaftlich umsetzbare Lösung sind. Überall dort, wo Grube, Maschinenraum oder Drehstromanschluss baulich nicht realisierbar wären.


Welcher Lifttyp passt zu welchem Projekt?

Die Auswahl des richtigen Lifttyps hängt vom Erschliessungsszenario, der Förderhöhe und den baulichen Gegebenheiten ab.

Senkrechtlift wählen, wenn:

  • Förderhöhe bis ca. 15 m
  • keine oder geringe Schachtgrube möglich
  • 230 V-Anschluss verfügbar
  • bis ca. 5 Personen oder Rollstuhl
  • Nachrüstung in Bestand oder Aussenmontage geplant


Plattformlift wählen, wenn:

  • Treppenüberwindung im Innen- oder Aussenbereich
  • nur einzelne Etagen, kein vollwertiger Aufzug gewünscht
  • sehr enge Platzverhältnisse

Mehr zu Plattformlifte

 

Hublift wählen, wenn

  • geringe Höhenunterschiede, typisch unter 1.80 m
  • Schwellen, einzelne Stufen, Eingangsbereiche
  • schneller Einbau gefragt

Mehr zu Hublifte


Normen und Richtlinien für Senkrechtlifte in der Schweiz

Wer einen Senkrechtlift plant oder spezifiziert, sollte folgende Regelwerke kennen:

  • Maschinenrichtlinie 2006/42/EG: Grundlage für CE-Konformität und Inverkehrbringen
  • SN EN 81-41: Harmonisierte Norm für vertikale Hebeplattformen
  • SIA 500 "Hindernisfreie Bauten": Schweizer Norm zu barrierefreiem Bauen, definiert Kabinen- und Türmindestmasse
  • Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG): relevant bei öffentlich zugänglichen Bauten
  • Kantonale Bauvorschriften: Brandschutz, Statik, Bewilligungspflicht

Garaventa Lift unterstützt Architekten und Bauherren bei der konformen Umsetzung. Details zur SIA 500

Einsatzbereiche im professionellen Umfeld

Mehrfamilienhäuser

Aussen- oder Innenmontage zur nachträglichen Barrierefreiheit. Häufig der einzige praktikable Weg, einen Bestand ohne Eingriff in die Statik aufzurüsten.


Denkmalgeschützte Bauten

Selbsttragende Glas-Metall-Schächte erlauben einen Lifteinbau ohne Eingriff in historische Bausubstanz. Praxisbeispiel: Lifteinbau trotz Denkmalschutz


Gewerbe und öffentliche Gebäude

Restaurants, Arztpraxen, Anwaltskanzleien, kleine Museen, Hotels bis ca. 5 Etagen. Hier ist der Senkrechtlift oft die wirtschaftlichste und schnellste Lösung zur barrierefreien Erschliessung gemäss BehiG.


Medizinische Einrichtungen

Praxen, Therapiezentren, Pflegeheime mit überschaubarer Etagenzahl, in denen die Patientenfrequenz keinen Vollaufzug rechtfertigt.


Aussenfassaden bei Bestandsbauten

Wenn innen kein Schacht realisierbar ist, ermöglicht die witterungsbeständige Glas-Metall-Konstruktion die Aussenmontage. Referenz: Senkrechtlift Aussenfassade Immensee SZ


Unsere Senkrechtlifte


Planung und Projektierung, was Architekten von uns erhalten

  • Kompatibilitätsprüfung mit SIA 500, Brandschutz und kantonalen Vorschriften
  • Vor-Ort-Termin mit Fachberater zur Standortprüfung
  • CAD-Daten und BIM-Modelle für gängige Senkrechtlift-Konfigurationen
  • Statische Vorbemessung für selbsttragende Schachtkonstruktionen

Technische Unterlagen anfordern Projektierungsservice im Detail


Senkrechtlift Kosten, woraus sich der Preis zusammensetzt

Die Investition in einen Senkrechtlift lässt sich nicht pauschal beziffern, denn jedes Projekt hat individuelle Anforderungen. Die finale Investition hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Förderhöhe und Anzahl Haltestellen
  • Innen- oder Aussenmontage
  • Schachtkonstruktion (bauseitig oder selbsttragend Glas-Metall)
  • Kabinenausstattung (Türen, Materialien, Steuerung)
  • Bauliche Anpassungen und Bewilligungsaufwand
  • Wartungsvertrag

Eine seriöse Kalkulation ist erst nach Vor-Ort-Aufnahme möglich.


Häufige Fragen zu Senkrechtlifte

Senkrechtlifte werden nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sowie der harmonisierten Norm SN EN 81-41 zertifiziert. Bei öffentlich zugänglichen Bauten kommen zusätzlich SIA 500 und kantonale Bauvorschriften zur Anwendung.

Die typische Fahrgeschwindigkeit beträgt ca. 0.15 m/s (15 cm pro Sekunde). Dies ergibt sich aus den Anforderungen der Maschinenrichtlinie und ist der Grund, warum ein Senkrechtlift mit deutlich weniger baulichem Aufwand auskommt als ein Personenaufzug nach EN 81.

Senkrechtlifte werden bis ca. 15 m Förderhöhe und typisch bis zu 6 Haltestellen eingesetzt. Bei höheren Anforderungen ist ein klassischer Personenaufzug die geeignetere Lösung.

Ein 230 V-Haushaltsanschluss genügt für die meisten Modelle. Dies senkt sowohl die Installations- als auch die Betriebskosten gegenüber klassischen Aufzügen mit Drehstromanschluss erheblich.

Mehrere Modelle (Genesis Typ B, Elvoron H) erfüllen die Anforderungen der SIA 500 für rollstuhlgerechte Lifte. Die Kabinenmasse müssen bei der Planung entsprechend ausgelegt werden, ab ca. 1.10 × 1.40 m Innenmass.

Die Anforderungen variieren je nach Gebäudetyp (Einfamilienhaus, MFH, öffentlich) und Kanton. Garaventa Lift bietet Senkrechtlifte mit feuerwiderstandsfähigen Türen (E30, E60) und entsprechenden Schachtkonstruktionen. Die konkrete Klärung erfolgt im Rahmen der Projektierung.

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Installationsbeispiele Senkrechtlifte / Homelifte

Garaventa Homelift, der zwei Kantone verbindet

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Der Seniorenwohnpark AURORA ist aus der Initiative einiger älterer Menschen entstanden. Sie suchten sich Gleichgesinnte, die ihre Idee von einem würdevollen Altern teilten: Innerhalb einer barrierefreien Siedlung, in einer übersichtlichen und gleichsam komfortablen Wohnung, ein friedliches Privatleben mit sozialer Einbettung fortsetzen. Kurzum – so lange als möglich selbstständig bleiben, ohne einsam zu sein.


Homelift an Aussenfassade eines MFH - Immensee, Kanton Schwyz

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Durch die vielen verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten vom Elvoron H und der engen Kollaboration zwischen dem Projektleitungsteam und dem Architekturbüro konnten alle Anforderungen der Baubehörde erfüllt werden.


Lifteinbau trotz Denkmalschutz – so geht das!

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Der Homelift lässt sich einfach in die bestehende Bausubstanz integrieren und bietet auf minimaler Grundfläche eine maximale Nutzfläche. Auch bei engen Platzverhältnissen ist somit eine barrierefreie Erschliessung mit einem Lift möglich.


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